Neue Studie stellt bisherige Annahmen über Wasserfunde auf dem Mars infrage
Laut einem aktuellen Bericht von FR.de sorgt eine neue wissenschaftliche Analyse für Aufsehen in der Planetenforschung: Frühere Hinweise auf Wasser oder Eis am Südpol des Mars könnten möglicherweise gar nicht von flüssigem Wasser stammen – sondern durch Meteoriten verursacht worden sein.
Die Forschung, die auf Daten der Mars Express-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) basiert, deutet darauf hin, dass die auffälligen Radarreflexionen, die einst als Beweis für unterirdisches Wasser galten, eine andere Erklärung haben könnten.
Hintergrund: Rätselhafte Signale unter der Marsoberfläche
Seit 2018 hatten Forscher mithilfe des MARSIS-Radarsystems von ESA ungewöhnlich starke Radarreflexionen unter der südpolaren Eiskappe des Mars entdeckt. Diese Daten wurden zunächst als eindeutiger Hinweis auf einen unterirdischen See interpretiert – ein spektakulärer Fund, der Hoffnung auf mikrobiologisches Leben weckte.
Doch die neue Studie liefert nun eine alternative Hypothese: Die Signale könnten von Ablagerungen aus Meteoriten-Einschlägen stammen, insbesondere von mineralischen Gesteinsschichten, die die Radarwellen auf ähnliche Weise reflektieren wie flüssiges Wasser.
Meteoriten als mögliche Ursache der Radarreflexionen
Die Forscher erklären, dass Meteoriten, die im Laufe der Jahrmillionen auf den Mars eingeschlagen sind, geschmolzenes Gestein und Metalle hinterlassen haben könnten. Diese Materialien – insbesondere eisenhaltige Minerale – erzeugen starke Reflexionen im Radar, ähnlich wie Eis oder Wasser.
Die Simulationen der Studie zeigen, dass selbst eine dünne Schicht aus solchen mineralischen Ablagerungen die gemessenen Signale erklären könnte, ohne dass Wasser im Spiel sein muss.
Ein Sprecher des Forschungsteams sagte gegenüber FR.de:
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass man die Radarreflexionen auch ohne flüssiges Wasser verstehen kann. Meteoriten bieten eine plausible und physikalisch konsistente Erklärung.“
Bedeutung für die Suche nach Leben auf dem Mars
Die mögliche Neubewertung der Daten ist ein Rückschlag für die Hoffnung auf Wasser – und damit auf Leben – unter der Marsoberfläche. Denn flüssiges Wasser gilt als entscheidende Voraussetzung für biologische Aktivität.
Sollten die Signale tatsächlich durch Meteoriten statt durch Wasser verursacht worden sein, müssten frühere Modelle zur geologischen und klimatischen Geschichte des Planeten überarbeitet werden.
Dennoch betonen Wissenschaftler, dass dies nicht das Ende der Suche nach Wasser auf dem Mars bedeutet. Es gebe weiterhin starke Belege für Eisvorkommen in tieferen Bodenschichten und an den Polen, nur eben vermutlich kein flüssiges Wasser in der Form, wie man es bislang vermutete.
Der Mars bleibt ein Rätsel voller Überraschungen
Der Mars fasziniert Forscher seit Jahrzehnten – und jedes neue Datenpaket von Missionen wie Mars Express oder Perseverance bringt neue Erkenntnisse und zugleich neue Fragen.
Sollte sich die Meteoriten-Hypothese bestätigen, würde das ein weiteres Beispiel dafür sein, wie komplex die geologische Geschichte des Roten Planeten tatsächlich ist. Einschläge von Meteoriten haben über Milliarden Jahre nicht nur seine Oberfläche geprägt, sondern offenbar auch die Radarsignaturen, die Forscher heute analysieren.
Fazit
Die Entdeckung zeigt einmal mehr, dass wissenschaftliche Erkenntnisse ständig im Wandel sind. Während frühere Daten auf Wasser hindeuteten, offenbart die neue Studie, dass Meteoriten möglicherweise die wahren Verursacher der mysteriösen Signale sind.
Die ESA-Missionen sollen in den kommenden Jahren zusätzliche Messungen durchführen, um die Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen.
Bis dahin bleibt der Mars eines der spannendsten Forschungsziele des Sonnensystems – und Meteoriten könnten der Schlüssel zum Verständnis seiner geheimnisvollen Signale sein.Für weitere wissenschaftliche Nachrichten und Weltraum-Updates besuchen Sie StartupNews.fyi.

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